Nervenschwäche? Für den TV Lilienthal ein Fremdwort. Erfolgreiche Reise in den Osten

Das wurde bei den beiden Auswärtssiegen in Berlin und Wernigerode deutlich. Die Ausgänge der Partien standen jeweils lange Spitz auf Knopf.

Lilienthal. Die weite Reise in den Osten der Republik hat sich für die Bundesliga-Floorballer des TV Lilienthal mehr als gelohnt. Nach einem souveränen 5:2-Erfolg in der Hauptstadt beim BAT Berlin am Sonnabend setzten die „Wölfe“ keine 24 Stunden später im Spitzenspiel bei den Red Devils Wernigerode noch einen drauf: Nach einer spektakulären und hochspannenden Partie siegten die Lilienthaler nach einem Tor von Dennis Heike mit 7:6 nach Verlängerung und verringerten so den Rückstand auf den Tabellenzweiten auf nur noch einen Zähler.

Dementsprechend zufrieden war Spielertrainer Janos Bröker, der das gesamte Wochenende ohne seinen erkrankten Kollegen Mark-Oliver Bothe auskommen musste: „Wir haben gut gespielt und fünf Punkte geholt. Wenn wir so weiter machen, dann ist der zweite Platz möglich“, sagte Janos Bröker voller Zuversicht.

BAT Berlin – TV Lilienthal 2:5: Wirklich wie ein Auswärtsspiel dürfte sich die Partie in Berlin nicht angefühlt haben, angesichts eines vollbesetzten Fanbusses, der die „Wölfe“ begleitete und für gute Stimmung sorgte. Dadurch angetrieben zeigten die Gäste von Beginn an eine souveräne und dominante Vorstellung und gingen auch bereits nach knapp zwei Minuten  auf sehenswerte Art und Weise in Führung: Ole Appenrodt lupfte sich den Ball nach Zuspiel von Janos Bröker selber an und hämmerte ihn mit der Rückhand volley ins Netz.

Auch in der Folgezeit waren die Lilienthaler das bessere Team und erhöhten nach einer finnischen gemeinschaftlichen Arbeit von Jami Veijalainen und Antti Mähönen auf 2:0. Auf der anderen Seite stand die Defensive über weite Strecken sehr sicher. Wenn es doch einmal brenzlig wurde, war der glänzend aufgelegte Nils Westphal, der die beiden erkrankten Stammkeeper stark vertrat, zur Stelle. Erst im Schlussdrittel verloren die Lilienthaler ein wenig den Zugriff auf das Spiel, konnten auf die beiden Berliner Treffer aber jeweils direkt durch Niklas Bröker antworten und das Spiel so sicher nach Hause bringen.

Red Devils Wernigerode – TV Lilienthal 7:8 n.V.: Deutlich spannender verlief dagegen in Wernigerode der zweite Teil des Doppelspieltags. Im Kampf um den zweiten Tabellenplatz ging es heiß her und die Hausherren erwischen den besseren Start. Gleich dreimal traf der Fünffachtorschütze Kevin Starck dabei nach Einzelleistungen, während auf der Gegenseite lediglich Ole Appenrodt aus der Distanz erfolgreich war. Doch im Mitteldrittel fanden die „Wölfe“ immer besser ins Spiel und kamen durch einen sehenswerten Doppelpack von Fabian Diaz de Armas und Veijaleinen auch zu Toren. Allerdings hatten die „Roten Teufel“ immer die passende Antwort parat, sodass es mit einem 5:4 für die Hausherren in die zweite Drittelpause ging. Und die war auch bitter nötig, denn beiden Teams war die Bedeutung des Spiels anzumerken – rassige Zweikämpfe und jede Menge Nicklichkeiten prägten so das hitzige Spiel.

Richtig dramatisch wurde dann die Schlussphase. Zunächst konterten die Hausherren die erste Führung der „Wölfe“ mit einem Doppelpack, zwei Minuten vor dem Ende nahmen diese dann den Keeper vom Feld und wurden für ihren Mut belohnt. Nach einer schönen Kombination traf Ole Appenrodt und sicherte so den Weg in die Verlängerung.

Hier wäre Janos Bröker beinahe zum tragischen Helden geworden, als er Miika Iskanius den Ball unnötigerweise in die Kelle spielte. Doch der extra angereiste Nils Hallerstede rettete mit einer Glanzparade und Bröker machte seinen Fauxpas im direkten Gegenzug auf eindrucksvolle Art wieder wett: Nach einem langen Sololauf behielt er die Übersicht und bediente Dennis Heike, der zum viel umjubelten Golden Goal einnetzte. „Da ist mir natürlich das Herz in die Hose gerutscht. Umso schöner, dass ich es dann direkt im Anschluss wieder gutmachen konnte“, strahlte Bröker nach Spielschluss über die entscheidende Szene.

TV Lilienthal: Janos Bröker, Minnermann, Kleinhans, Brinkmann, Veijalainen, Niklas Bröker, Mähönen, Moes, Bauer, Appenrodt, Ebbinghaus, Diaz de Armas, Röttger, Siljamo, Heike, Spöhle, Hallerstede, Stierle, Westphal, Leiermann, Seitz

Bild: Alexander Seitz (rechts, hier im Spiel gegen Leipzig) und der TV Lilienthal gewannen beide Auswärtspartien.

Quelle: Wümme Zeitung 18.02.2018 // https://www.weser-kurier.de/region/lokalsport/osterholzer-kreisblatt-wuemme-zeitung-lokalsport_artikel,-erfolgreiche-reise-in-den-osten-_arid,1701691.html

Posted on 19. Februar 2018 in Landkreis, LiLi Live eG, Lilienthal, Termine, Veranstaltungen

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